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Die feine englische Art

Danke fürs Trinkgeld

Danke fürs Trinkgeld

Bei uns gibt man Trinkgeld, in Großbritannien einen „tip“.

Bei uns gibt man Trinkgeld, in Großbritannien einen „tip“. Es existiert auch ein Verb dazu, „to tip“. Anders als in Amerika ist „tipping“ aber kein Zwang, sondern richtet sich nach der Kundenzufriedenheit, weil auf der Rechnung in aller Regel schon ein „service charge“ einkalkuliert ist. Zehn bis fünfzehn Prozent sind üblich. Soweit so klar, aber woher kommt der Ausdruck „tip“?

Immer wieder ist die Geschichte zu hören, ein Londoner Gastwirt des 17. Jahrhunderts habe dereinst eine Gelddose aufgestellt mit dem Schild „to improve promptness“, „um die Pünktlichkeit zu verbessern“. Das ist aus Sicht des Kunden, der ja fürs Essen zahlt, eine ziemliche Frechheit. Sprachforscher sind sich einigermaßen sicher, dass die Geschichte nicht stimmt. Stattdessen wird vermutet, dass „to tip“ früher „geben“ hieß. Daher auch der „tip“, zu Deutsch „Tipp“, also ein Hinweis oder Ratschlag. „To tip someone off“ heißt jemanden warnen im Sinne von „eine Geheiminformation weitergeben“. Beispiel: Die Polizei plant eine Razzia, aber die Jungs aus dem Rotlichtmilieu bekamen vorher Bescheid. Somebody tipped them off.

Ein „tip“ ist übrigens auch eine Müllkippe. Das kommt aber hoffentlich nicht von „geben“, sondern von Auskippen: to tip something. Und um die Verwirrung komplett zu machen, heißt „tip“ auch noch Spitze. „It´s on the tip of my tongue“ – was uns auf der Zunge liegt, liegt bei den Briten auf deren Spitze. Kleines Wort mit vielen Bedeutungen!

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